Dissoziation

Dissoziation ist eine Fähigkeit, die Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung häufig entwickeln. Sie bezeichnet die Gabe, etwas aus dem Bewusstsein abzuspalten, das zu belastend wäre. Das psychische Phänomen Dissoziation kann unterschiedlich stark sein. Es gibt etliche Formen von dissoziativen Erfahrungen. Sie können kurzfristig auftreten oder chronische Extrembelastungen sein.

Im Alltag kommt es bei jedem Menschen hin und wieder zu dissoziativen Phänomenen. Das ist dann der Fall, wenn die Informationen, die verarbeitet werden sollen, als sehr unangenehm und belastend erlebt werden. Ein Beispiel dafür ist die Autobahntrance, bei der der Fahrer automatisch auf die aktuelle Verkehrssituation reagiert, aber in Gedanken weit weg ist. Auch kleine Erinnerungslücken, wenn man zum Beispiel einen Raum verlässt und im nächsten nicht mehr weiß, warum man hierher gekommen ist, sind dissoziative Phänomene.

Dissoziation bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung

Die Dissoziation kann ein Symptom der PTBS sein.

Die Dissoziation kann ein Symptom der PTBS sein.

Ein Trauma ist weitaus mehr als eine schwierige Situation, sondern ein lebensbedrohliches Ereignis. Der Mensch hat kaum Möglichkeiten, mit bekannten Bewältigungsstrategien darauf zu reagieren. Starke Gefühle von Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Entsetzen überfluten ihn. Wenn aber Kampf oder Flucht nicht möglich sind, der Betroffene sich also nicht real aus der Situation entziehen kann, schaltet der Körper auf andere Überlebensstrategien um. Der Mensch erstarrt in einem Zustand, der ähnlich wie der Totstellreflex bei Tieren funktioniert. Es findet eine Dissoziation statt. Die Dissoziation ist eine sinnvolle Reaktion des Körpers auf extrem schwierige Situationen. In solchen ausweglosen Verhältnissen ist die Aufspaltung der Persönlichkeit die einzige Möglichkeit zu überleben. Dissoziation wird nicht bewusst entschieden, sie geschieht spontan und ist nicht steuerbar.

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann mit einer Traumatherapie geheilt werden. Hierfür ist die Hilfe eines erfahrenen Psychotherapeuten notwendig.

Dissoziation bei Borderline Störung

Auch eine Borderline Persönlichkeit dissoziiert in Situationen, die für ihre Psyche enorm belastend sind. Zum Beispiel dann, wenn traumatische Erlebnisse aus der Kindheit wie sexueller Missbrauch erinnert werden, die Psyche die Erinnerung aber nicht aushalten kann. Auch hier dient die Dissoziation dem Schutz. Sie wird nicht bewusst eingesetzt, sondern ist Teil eines erlernten Mechanismus. Längst nicht alle Borderline Persönlichkeiten dissoziieren. Ihr Verhalten kann dabei von einer auf die andere Minute ohne erkennbaren Grund umschlagen, sodass die Umwelt sehr irritiert ist. Der Mensch hat sich vollkommen in sich zurückgezogen, um den überwältigenden negativen Gefühlen zu entfliehen. Ein Kind, das die Dissoziation als hilfreich erlebt, greift immer selbstverständlicher auf den Mechanismus zurück. Es erlebt seine innere Wirklichkeit als real und ohne Therapie bleibt sie sein ganzes Leben lang bestehen.

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